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Jakob Merz: Ende des Profi-Traums - 21.01.2015

Im Dezember 2013 antwortete Jakob Merz auf die Frage, wo er sich in fünf Jahren sehe, mit: „Hoffentlich in der Beko BBL.“ Daraus wird nichts mehr, der U18-Nationalspieler gab dieser Tage bekannt, dass er seine Karriere verletzungsbedingt beenden muss. Erst im Sommer vergangenen Jahres hatte er einen Profivertrag bei den FRAPORT SKYLINERS Frankfurt unterschrieben; zu Beginn diesen Jahres sollte er eigentlich den Platz seines Bruders Max, der studienbedingt ein halbes Jahr in Australien verbringt, einnehmen. Daraus wird nun nichts mehr – Merz, der am 26. Januar volljährig wird, muss seine Basketballschuhe an den Nagel hängen.

Noch im Sommer feierte der Point Guard mit der U18-Nationalmannschaft den Titelgewinn bei der B-Europameisterschaft und den damit verbundenen Wiederaufstieg in die A-Division. Dass er danach kein Spiel mehr absolvieren sollte, konnte Jakob Merz, der aus der Talentschmiede des TV Langen entstammt, nicht ahnen. „Nach der EM habe ich bei den FRAPORT SKYLINERS einen Profivertrag unterschrieben und bin dann so ziemlich im ersten Training nach der Sommerpause umgeknickt. Ein anschließendes MRT zeigte einen Knorpelschaden im Fuß. Dieser ist jedoch nicht durch das Umknicken entstanden, sondern ich habe wohl schon eine ganze Weile zuvor damit gespielt“, erinnert sich der 17-Jährige. „Die Diagnose war natürlich erstmal ein ziemlicher Schock für mich. Ich wurde dann an einem Fuß operiert und ein weiteres MRT des anderen Fußes einige Wochen nach der Operation, zeigte dann auch in diesem Fuß einen Knorpelschaden. Ein ziemlicher Schlag; vor allem weil ich mir dieses Jahr völlig anders vorgestellt hatte und im Basketball voll angreifen wollte. Dass es nun so gekommen ist, ist natürlich sehr schade.“

Weder in der NBBL noch mit dem ProB-Team der SKYLINERS konnte der Spielmacher in dieser Saison eine Partie absolvieren. In der Saison 2013/14 spielte er bereits für die Frankfurter Juniors in Deutschlands dritthöchster Liga, kam dabei als 16-Jähriger im Schnitt auf 17:21 Minuten Einsatzzeit und erzielte in 16 Spielen 2,4 Punkte und 1,9 Assists. Außerdem trat er mit den Schoder Junior-Giraffen Langen in der NBBL an und zog als Starting Point Guard bis in die TOP4-Endrunde ein. In 19 Spielen kam er dabei auf 9,7 Punkte, 3,3 Assists, 2,5 Rebounds und 2,2 Steals. „Er führt die Mannschaft sehr gut und hat, wenn er hart an sich arbeitet, das Potenzial für das höchste Niveau“, gab sein damaliger Langener Trainer Fabian Villmeter zu Protokoll. Nachdem der 1,80 Meter große Guard die Schule beendet hatte, wollte er sich jetzt voll auf Basketball konzentrieren, was sich aber spätestens nach der zweiten Operation für ihn erledigt hatte. „Ich wusste eigentlich schon relativ kurz danach, dass ich nicht aufs Feld zurückkehren können würde. Ich habe aber  ein paar Wochen gebraucht, um die Nachricht für mich selbst zu verarbeiten und mit meiner Familie darüber zu sprechen.“ Natürlich sei die Nachricht ein Schock gewesen, „aber letztendlich muss man ja irgendwie weitermachen. Zum Glück stehe ich nicht vor dem Nichts“, wird der Youngster auf der Homepage des Klubs zitiert.

Um den Kopf frei zu bekommen, wird Jakob Merz Ende Februar nach Südostasien reisen. Mit Beginn des Wintersemester will er dann ein Studium beginnen, entweder BWL oder VWL. Aktuell absolviert er ein Praktikum bei einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Im Rückblick auf seine viel zu kurze Karriere sagt Merz: „Ich habe es als eine sehr schöne Zeit wahrgenommen, hatte viel Spaß und tolle Teamkollegen. Auch mit den Trainern hatte ich immer Glück. Egal ob Amci Terzic in Kronberg, Fabian Villmeter in Langen, Alan Ibrahimagic bei der U18-Nationalmannschaft oder eben Eric Detlev bei den FRAPORT SKYLINERS – alle haben mich bestmöglich gefördert und unterstützt und mit ihrer tollen Arbeit dafür gesorgt, dass ich immer Spaß am Basketballspielen hatte. Highlights waren natürlich der Europameistertitel mit der U18-Nationalmannschaft letzten Sommer, die letzte ProB-Saison, das Albert-Schweitzer-Turnier 2014 und die beiden JBBL-/NBBL-Top4-Turniere. Besonders viel bedeutet hat mir auch, dass die FRAPORT SKYLINERS mir ihr Vertrauen geschenkt und mir einen Vertrag angeboten haben. Auch, dass der Verein mich in den schwierigen letzten Wochen und Monaten weiter unterstützt und sich wirklich um mich gekümmert hat, war schön zu sehen.“

Ob Jakob Merz dem Basketball in anderer Rolle erhalten bleibt, konnte der 17-Jährige noch nicht sagen. „Erstmal will ich ein bisschen Abstand davon gewinnen. Natürlich werde ich zum Basketball an sich immer ein besonderes Verhältnis haben und dem Sport sicherlich auf irgendeine Weise verbunden bleiben. Durch meinen Bruder Max und Niklas (Kiel, Anm. d. Red.) bin ich ja ohnehin zwangsläufig mit dem Basketball verbunden - und das ist auch gut so.“

PM: NBBL / JF

Fotos: NBBL / Daniel Löb

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