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DHB-Bundestag: Strombach bestätigt - 03.12.2010

Am Samstag fand der Bundestag des DHB statt, auf dem die Weichen für die nächsten Jahre im deutschen Handball gestellt wurden. Bei den Wahlen wurde das bisherige Präsidium bestätigt, für den scheidenden Reiner Witte wurde als Nachfolger sein Vorgänger Heinz Winden gewählt. Eine öffentliche Kritik an Präsident Ulrich Strombach blieb nach einer Aussprache am Vorabend aus. Keine Veränderungen gibt es unterdessen in Sachen Regionalverbände, entsprechende Anträge auf Auflösung der Regionallverbände bzw. auf Aufnahme des Mitteldeutschen Handball-Verbandes als neuen Regionalverband, scheiterten. Unterdessen stellte der DHB ein neues Leitbild vor.

 

 



Die Irritationen um DHB-Präsident Ulrich Strombach aufgrund der unter der Woche aufgekommenen Vorwürfe hinsichtlich der Bewerbung um die WM 2005 und einer Zahlung an den russischen Verband waren bereits am Vorabend ausgeräumt worden. Das erweiterte Präsidium hatte mit den Vorsitzenden der Landes- und Regionalverbände in einer mehr als siebenstündigen Sitzung zu diesem Thema getagt. Strombach reagierte auf die Kritik an seinem Führungsstil nur kurz und meinte, er werde sich "nicht mehr vom Saulus zum Paulus ändern". Er sei aber lernfähig, was Kommunikation betrifft. Mehrere Landesverbände hatten gerügt, dass die Führungsspitze intransparent arbeite und sie nicht in die Diskussion um wesentliche Entscheidung einbezogen werden. Am Samstag wurde bereits eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, es blieb der vom DHB-Präsidium vorhergesagte Sturm im Wasserglas. handball-world.com hatte bereits gestern darauf hingewiesen, dass es sich vor allem um politische Ränkespiele im Vorfeld der "Nacht der langen Messer" handelte.

"Die in den letzten Tagen gegen den Deutschen Handballbund erhobenen Vorhaltungen im Zusammenhang mit der Vergabe der Weltmeisterschaft 2005 beim IHF-Kongress in St. Petersburg im November 2002 waren Gegenstand der Erörterungen in der Sitzung des Erweiterten Präsidiums am 3. Oktober 2008 im Vorfeld des DHB-Bundestages in Hamburg. Im EP treffen sich die Präsidenten und Vertreter der Regional- und Landesverbände sowie der Ligaverbände. Nach umfassender Darlegung aller Sachverhalte wurde übereinstimmend festgestellt, dass alle insbesondere gegen den Präsidenten erhobenen Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehren", so der DHB in einer Pressemeldung. "Es hat zu keinem Zeitpunkt den Versuch gegeben, die Vergabe der Weltmeisterschaft 2005 zu beeinflussen", sagte Strombach. Damit Russland als Konkurrent des deutschen Verbandes von einer eigenen Bewerbung absehe, habe der DHB die Russen zum Verzicht überredet "mit der Maßgabe, dass wir die Kosten, die dem russischen Verband bis dahin entstanden sind, übernehmen", erklärte der DHB-Präsident und blieb dabei bei der bisherigen inoffiziellen Darstellung des DHB für die Zahlungen an den russischen Verband.

Der 64 Jahre alte Gummersbacher wurde am Samstag beim 29. DHB-Bundestag in Hamburg so für weitere drei Jahre in seinem Amt bestätigt. Für Strombach votierten 95 der 111 Delegierten, 11 enthielten sich, fünf stimmten gegen Strombach. Mit dem Präsidenten erhielten auch die Vizepräsidenten Wolfgang Gremmel (Finanzen), Horst Bredemeier (Leistungssport), Georg Clarke (Jugend) und Heinz Winden (Recht) das Vertrauen. Die zuvor an Strombach geäußerte Kritik spielte in der öffentlichen Diskussion keine Rolle. "Ich bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und das gute Wahlergebnis", meinte der Gummersbacher, der seit 1998 dem weltgrößten Handballverband vorsteht.

Neues DHB-Leitbild verabschiedet

<a href="http://ad.handball-welt.de/adclick.php?n=a358a935" target="_blank"><img src="http://ad.handball-welt.de/adview.php?what=zone:9&n=a358a935" border="0"></a> Nach den Grußworten der Ehrengäste, unter anderem von IHF-Präsident Hassan Moustapha, EHF-Geschäfstführer Michael Wiederer und Dr. Thomas Bach, als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, stellte der Entwicklungsrat des DHB in Person von Jochen Wolf, von der Führungsakademie des DOSB, ein auch in acht Regionalkonferenzen erarbeitetes neues Gesamtkonzept, ein "DHB-Leitbild", vor. "Ein solches Grundsatzpapier ist vorbildlich in der deutschen Sportlandschaft" meinte Jochen Wolf. Einstimmig und begleitet von großem Beifall beschlossen die Bundestags-Delegierten die Verabschiedung des umfassenden Werkes. Unter dem Motto "Wir nehmen die Zukunft in die Hand" sollen die Grundlagen der weiteren Tätigkeit vom Schulsport bis zum Leistungssport fixiert werden. "Es ist eine Art Verfassung des deutschen Handballs", sagte Präsident Strombach. DOSB-Präsident Thomas Bach lobte das Papier als einzigartig in den deutschen Sportverbänden. "Ich wüsste nicht, dass es Vergleichbares in anderen Verbänden gibt", sagte Bach. "Der Handballsport setzt sich mit sich selbst auseinander, hinterfragt sich und ist bereit, gesellschaftspolitische Verantwortung zu wahrzunehmen."

Das 68-seitige Werk kann auf der Homepage des dhb unter dhb.de heruntergeladen werden, den direkten Link finden Sie unten an die News angefügt.

Redaktionelle Satzungsänderungen einstimmig beschlossen

In den ersten beiden Anträgen auf dem Bundestag herrschte ebenfalls Einstimmigkeit, das Präsidium des DHB hatte zwei Anträge auf redaktionelle Anpassung der Satzung gestellt. Zum einen musste in der Satzung der Name des Deutschen Sportbundes (DSB) nach der Verschmelzung mit dem Nationalen Olympischen Kommitee auf die neue Dachorganisation des deutschen Sports, den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) geändert werden, zum anderen die Höchststrafen für Dopingvergehen in der Satzung aufgrund des neuen internationalen Anti-Doping-Codes auf 48 Monate angehoben werden. Beide Entscheidungen fielen einstimmig.

Keine Veränderung bei den Regionalverbänden

Bei der Diskussion um den Antrag des Niedersächsischen Verbandes, die Regionalverbände zur Saison 2010/11 aufzulösen und den Landesverbänden ein größeres Gewicht zu erteilen, war bereits abzusehen, dass es keine einstimmige Entscheidung geben würde. Am Ende gab es 54 Ja- und 48 Nein-Stimmen für den Antrag, der damit aber die für eine Satzungsänderung notwendigen 74 Stimmen für eine Satzungsänderung verfehlte. Bei einer positiven Entscheidung wäre der nächste Abstimmungspunkt hinfällig geworden, die Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen brachten gemeinsam einen Antrag auf Aufnahme eines neuen Regionalverbands ein, der bereits gegründete Mitteldeutsche Handball-Verband sollte im Juni 2010 Aufnahme in den DHB finden. Der sächsische Präsident Uwe Vetterlein begründete den Antrag, der allerdings keine Mehrheit fand: 29 Delegierte stimmten dafür, die notwendigen 74 Stimmen wurden so deutlich verfehlt.

Quelle: http://www.handball-welt.de/o.red.c/news.php?LID=&GID=1&auswahl=16772

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