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Mitteldeutscher Verband (MHV) gegründet - 03.12.2010

Am gestrigen Donnerstag hat in Eisenberg / Thüringen die Gründungsversammlung des Mitteldeutschen Handball-Verbandes (MHV) stattgefunden. Mit der Neugründung des Dachverbandes, der seinen Sitz in Leipzig haben wird und der zunächst aus den Landesverbänden Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen besteht, nimmt die Initiative aus dem Sommer dieses Jahres von Vereinen und Interessengruppen einen vorläufigen Höhepunkt.

 

 


Der Vorstand des neuen Regionalverbandes soll aus den Vorständen der beteiligten Landesverbände besetzt werden. In einer ersten Pressemitteilung bezieht der Mitteldeutsche Handball-Verband seinen Gründungsimpuls einmal mehr explizit auf die logistischen, organisatorischen und damit verbundenen finanziellen Auswirkungen der alten Struktur. „Das gemeinsame Problem aller Regionalligisten Mitteldeutschlands sind die extrem langen Fahrtstrecken bis an die Süd-, Südwest- bzw. Nordgrenzen der Bundesrepublik, die seit der Abschaffung der Regionalligastaffel Mitte zu bewältigen sind“, heißt in der Erkärung.

Die fünf Regionalverbände in Deutschland organisieren derzeit fünf Regionalligen. Dies war nicht immer so: 1999 wurde eine sechste Regionalliga "Mitte" ins Leben gerufen, die von allen Verbänden getragen wurde und vom Südwestdeutschen Verband organisiert wurde. In der Staffel Mitte spielten Vereine aus Nordhessen, Sachsen und Thüringen. Nach der Runde 2004/2005 kündigten der West- und Norddeutsche Handballverband den Regionalliga-Vertrag, was letztlich zur Auflösung der Regionalliga Mitte führte. Die Vereine aus dieser Staffel wurden entsprechend ihrer Verbandszugehörigkeit auf die fünf Regionalligen verteilt. Die Kündigung des Vertrages hätte sich nur vermeiden lassen, wenn Hamburg und Schleswig-Holstein sich dem Norddeutschen Verband angeschlossen hätten, dann hätte Sachsen vom Süddeutschen in den Nordostdeutschen Verband wechseln können. So besteht der Regionalverband Nord aus Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Süd aus Baden, Bayern, Südbaden, Sachsen und Württemberg, Nord-Ost aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein und Süd-West aus Thüringen, Hessen, Rheinland, Rheinhessen, Pfalz und Saar. Einzig der West-Verband mit den Landesverbänden Mittelrhein, Niederrhein und Westfalen ist weitgehend nicht betroffen von der Problematik.

Die Regionalliga Mitte sei eben auch unter dem Aspekt der „wesentlich höheren Regionalität und damit Identifikation“ gebildet worden, so der MHV. „Die hohe finanzielle Belastung ist durch die Vereine kaum bzw. nicht zu bewältigen. Die Folge: Aufstiegsverzicht in bzw. Abstieg aus der Regionalliga und damit Ausdünnen der Regionalliga-Vereine in Mitteldeutschland“, erläutert der Verband weiter. Somit definiert sich der neue Verband auch in einem eher breitensportlichen Sinne darüber „die Belastung der Vereine durch eine deutliche Verkürzung der Reisewege zu minimieren.“ Eine gemeinsame Liga ist der nächste Schritt. „Bereits im Vorfeld der Gründungsversammlung verständigten sich die beteiligten Landesverbände auf die gemeinsame Erklärung des Austritts aus ihren jeweiligen Regionalverbänden im Frühjahr des nächsten Jahres“, sagt die Erklärung weiter.

Die Verbandsgründung hat weitreichende Folgen. Wie der MHV in die bestehenden Strukturen im Deutschen Handball Bund eingebaut werden kann, wird sich spätestens zum Bundestag des DHVB zigen, der vom 03. bis 05. Oktober 2008 in Hamburg stattfindet. Jenseits des neuen Mitteldeutschen Verbandes stellt sich nun die Frage, wie die dann sechs Regionalverbände besetzt werden. So hat der Regionalverband Nord nun mit Bremen nur noch zwei Mitglieder, Nordost (Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein) und Südwest (Hessen, Rheinhessen, Saarland, Pfalz und Rheinland) jeweils fünf. Auswirkungen hat dieses Ungleichgewicht beispielsweise auch auf das Sichtungssytem des DHB, der auf Regionalverbandsebene sichtet und dabei bei den Jungen ein ambitionierten neues System installieren möchte, welches mit zwei Landesverbänden auf einer Sichtung nur noch schwer durchführbar ist, ganz zu schweigen von den rein numerischen Ungleichgewichten, die in der Zukunft weitere Schwierigkeiten für das bereits malade regionale Ausbildungssystem des DHB bedeuten.

Auch vor der anhaltenden Debatte über die Einführung eingleisiger zweiter Ligen hat das neue Konstrukt Bedeutung. Während bei den Männern noch über eine Eingleisigkeit diskutiert wird, haben die Frauen bereits den ersten Schritt unternommen. Im Bereich der Handball Bundesliga Vereinigung der Frauen (HBVF) geht das Projekt Eingleisigkeit nach einem Ligabeschluss bereits in die Gremien. Da Aufstiegsrechte in der deutschen Verbandsstruktur das höchste Gut sind, bleibt damit zu klären, inwieweit sechs Regionalligen Aufsteiger in eine eingleisige zweite Liga stellen können. Auch das Aufstiegsrecht in die Regionalligen wird erneut debattiert werden, schließlich warten im Bereich des SWHV und des NOHV fünf Landesverbände auf ein Aufstiegsrecht, im Norden dagegen nur zwei.

Quelle: http://www.handball-welt.de/o.red.c/news.php?LID=&GID=1&auswahl=12185

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