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Mitgliederversammlung

- 03.12.2010

Wie geht es weiter mit dem MHV?

Am 26.11.2008 trafen sich die Vertreter der MHV-Mitgliedslandesverbände zu ihrer turnusmäßigen Beratung in Leipzig. Im Mittelpunkt der Beratung stand die Analyse der durch den DHB-Bundestag und dessen Beschlüsse entstandene Situation für den MHV und das weitere strategische Vorgehen.

 

Die Ergebnisse des Bundestages stellen sich wie folgt dar:

  • Ablehnung des Antrages zur Auflösung der Regionalverbände (verfehlt 2/3 Mehrheit).
  • Ablehnung (mehrheitlich) des Antrages zur Aufnahme des MHV als 6. Regionalverband.
  • Richtungsbeschluss zur Reform der Spielklassen ab Saison 2010/11 unterhalb der Bundesligen mit vier regionalverbandsübergreifenden Ligen und 12 landesverbands-übergreifenden - namentlich noch zu benennenden - Ligen oberhalb der Landes-verbände.
  • Auftrag für die DHB-Strukturkommission, bis zur nächsten Sitzung des DHB-EP am 06./07.03.2009 entsprechende spieltechnische Vorschläge zur Umsetzung des Richtungsbeschlusses zu unterbreiten. Festgelegt ist, dass die spieltechnische Betreuung der 12 Ligen unterhalb der Regionalverbände durch die Landesverbände erfolgen wird. Für die 3. Liga ist die Verantwortlichkeit noch offen.
  • DHB-Vizepräsident Jugend, Georg Clarke, wird parallel dazu Vorschläge für die Anpassung des überregionalen Nachwuchsspielbetrieb ebenfalls bis zur nächsten DHB-EP-Sitzung vorlegen.

Die Teilnehmer der Beratung waren sich darüber einig, dass mit dem Richtungsbeschluss und der sich darin wiederfindenden Mitteldeutschen Liga ab 2010/11 ein wichtiges Anliegen des MHV erreicht wurde. Grundsätzlich besteht Einigkeit zur weiteren strategischen Ausrichtung der Maßnahmen des MHV im Hinblick auf:

  • Alle drei Landesverbände bekennen sich zum Handball und Spielbetrieb in Mittel-deutschland.
  • Die drei Landesverbände setzen im Rahmen der Neugliederung der Spielklassen im DHB weiter dafür ein, dass dies auch mit einer Reform der bestehenden Strukturen einher geht.
  • Abhängig von den weiteren Entscheidungen des DHB-EP am 07.03.2009 zur Umsetzung des Richtungsbeschusses der Spielstrukturänderung behält sich der MHV vor, den Antrag auf Aufnahme des MHV als 6. Regionalverband an den DHB wiederum zu stellen. Die Rückkehr in die alten Regionalverbände wird als die letzte Option angesehen.
  • Die AG-Spieltechnik wird beauftragt, die erforderlichen spieltechnischen Maßnahmen zur Vorbereitung der MHV-Liga ab 2010/11 für den Erwachsenen- und Jugendbereich zu schaffen und Vorschläge mit entsprechenden Alternativen für die nächste Mitgliederversammlung des MHV zu erarbeiten.
  • Die derzeitige Situation und Beschlusslage im DHB drängt den MHV zum jetzigen Zeitpunkt nicht, die Strukturen im MHV stärker als bisher auszubauen und personell zu untersetzen.

Die nächste Mitgliederversammlung des MHV wurde für Donnerstag, den 26.03.2009, in Leipzig einberufen.


DHB-Bundestag: Strombach bestätigt

- 03.12.2010

Am Samstag fand der Bundestag des DHB statt, auf dem die Weichen für die nächsten Jahre im deutschen Handball gestellt wurden. Bei den Wahlen wurde das bisherige Präsidium bestätigt, für den scheidenden Reiner Witte wurde als Nachfolger sein Vorgänger Heinz Winden gewählt. Eine öffentliche Kritik an Präsident Ulrich Strombach blieb nach einer Aussprache am Vorabend aus. Keine Veränderungen gibt es unterdessen in Sachen Regionalverbände, entsprechende Anträge auf Auflösung der Regionallverbände bzw. auf Aufnahme des Mitteldeutschen Handball-Verbandes als neuen Regionalverband, scheiterten. Unterdessen stellte der DHB ein neues Leitbild vor.

 



Die Irritationen um DHB-Präsident Ulrich Strombach aufgrund der unter der Woche aufgekommenen Vorwürfe hinsichtlich der Bewerbung um die WM 2005 und einer Zahlung an den russischen Verband waren bereits am Vorabend ausgeräumt worden. Das erweiterte Präsidium hatte mit den Vorsitzenden der Landes- und Regionalverbände in einer mehr als siebenstündigen Sitzung zu diesem Thema getagt. Strombach reagierte auf die Kritik an seinem Führungsstil nur kurz und meinte, er werde sich "nicht mehr vom Saulus zum Paulus ändern". Er sei aber lernfähig, was Kommunikation betrifft. Mehrere Landesverbände hatten gerügt, dass die Führungsspitze intransparent arbeite und sie nicht in die Diskussion um wesentliche Entscheidung einbezogen werden. Am Samstag wurde bereits eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, es blieb der vom DHB-Präsidium vorhergesagte Sturm im Wasserglas. handball-world.com hatte bereits gestern darauf hingewiesen, dass es sich vor allem um politische Ränkespiele im Vorfeld der "Nacht der langen Messer" handelte.

"Die in den letzten Tagen gegen den Deutschen Handballbund erhobenen Vorhaltungen im Zusammenhang mit der Vergabe der Weltmeisterschaft 2005 beim IHF-Kongress in St. Petersburg im November 2002 waren Gegenstand der Erörterungen in der Sitzung des Erweiterten Präsidiums am 3. Oktober 2008 im Vorfeld des DHB-Bundestages in Hamburg. Im EP treffen sich die Präsidenten und Vertreter der Regional- und Landesverbände sowie der Ligaverbände. Nach umfassender Darlegung aller Sachverhalte wurde übereinstimmend festgestellt, dass alle insbesondere gegen den Präsidenten erhobenen Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehren", so der DHB in einer Pressemeldung. "Es hat zu keinem Zeitpunkt den Versuch gegeben, die Vergabe der Weltmeisterschaft 2005 zu beeinflussen", sagte Strombach. Damit Russland als Konkurrent des deutschen Verbandes von einer eigenen Bewerbung absehe, habe der DHB die Russen zum Verzicht überredet "mit der Maßgabe, dass wir die Kosten, die dem russischen Verband bis dahin entstanden sind, übernehmen", erklärte der DHB-Präsident und blieb dabei bei der bisherigen inoffiziellen Darstellung des DHB für die Zahlungen an den russischen Verband.

Der 64 Jahre alte Gummersbacher wurde am Samstag beim 29. DHB-Bundestag in Hamburg so für weitere drei Jahre in seinem Amt bestätigt. Für Strombach votierten 95 der 111 Delegierten, 11 enthielten sich, fünf stimmten gegen Strombach. Mit dem Präsidenten erhielten auch die Vizepräsidenten Wolfgang Gremmel (Finanzen), Horst Bredemeier (Leistungssport), Georg Clarke (Jugend) und Heinz Winden (Recht) das Vertrauen. Die zuvor an Strombach geäußerte Kritik spielte in der öffentlichen Diskussion keine Rolle. "Ich bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und das gute Wahlergebnis", meinte der Gummersbacher, der seit 1998 dem weltgrößten Handballverband vorsteht.

Neues DHB-Leitbild verabschiedet

<a href="http://ad.handball-welt.de/adclick.php?n=a358a935" target="_blank"><img src="http://ad.handball-welt.de/adview.php?what=zone:9&n=a358a935" border="0"></a> Nach den Grußworten der Ehrengäste, unter anderem von IHF-Präsident Hassan Moustapha, EHF-Geschäfstführer Michael Wiederer und Dr. Thomas Bach, als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, stellte der Entwicklungsrat des DHB in Person von Jochen Wolf, von der Führungsakademie des DOSB, ein auch in acht Regionalkonferenzen erarbeitetes neues Gesamtkonzept, ein "DHB-Leitbild", vor. "Ein solches Grundsatzpapier ist vorbildlich in der deutschen Sportlandschaft" meinte Jochen Wolf. Einstimmig und begleitet von großem Beifall beschlossen die Bundestags-Delegierten die Verabschiedung des umfassenden Werkes. Unter dem Motto "Wir nehmen die Zukunft in die Hand" sollen die Grundlagen der weiteren Tätigkeit vom Schulsport bis zum Leistungssport fixiert werden. "Es ist eine Art Verfassung des deutschen Handballs", sagte Präsident Strombach. DOSB-Präsident Thomas Bach lobte das Papier als einzigartig in den deutschen Sportverbänden. "Ich wüsste nicht, dass es Vergleichbares in anderen Verbänden gibt", sagte Bach. "Der Handballsport setzt sich mit sich selbst auseinander, hinterfragt sich und ist bereit, gesellschaftspolitische Verantwortung zu wahrzunehmen."

Das 68-seitige Werk kann auf der Homepage des dhb unter dhb.de heruntergeladen werden, den direkten Link finden Sie unten an die News angefügt.

Redaktionelle Satzungsänderungen einstimmig beschlossen

In den ersten beiden Anträgen auf dem Bundestag herrschte ebenfalls Einstimmigkeit, das Präsidium des DHB hatte zwei Anträge auf redaktionelle Anpassung der Satzung gestellt. Zum einen musste in der Satzung der Name des Deutschen Sportbundes (DSB) nach der Verschmelzung mit dem Nationalen Olympischen Kommitee auf die neue Dachorganisation des deutschen Sports, den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) geändert werden, zum anderen die Höchststrafen für Dopingvergehen in der Satzung aufgrund des neuen internationalen Anti-Doping-Codes auf 48 Monate angehoben werden. Beide Entscheidungen fielen einstimmig.

Keine Veränderung bei den Regionalverbänden

Bei der Diskussion um den Antrag des Niedersächsischen Verbandes, die Regionalverbände zur Saison 2010/11 aufzulösen und den Landesverbänden ein größeres Gewicht zu erteilen, war bereits abzusehen, dass es keine einstimmige Entscheidung geben würde. Am Ende gab es 54 Ja- und 48 Nein-Stimmen für den Antrag, der damit aber die für eine Satzungsänderung notwendigen 74 Stimmen für eine Satzungsänderung verfehlte. Bei einer positiven Entscheidung wäre der nächste Abstimmungspunkt hinfällig geworden, die Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen brachten gemeinsam einen Antrag auf Aufnahme eines neuen Regionalverbands ein, der bereits gegründete Mitteldeutsche Handball-Verband sollte im Juni 2010 Aufnahme in den DHB finden. Der sächsische Präsident Uwe Vetterlein begründete den Antrag, der allerdings keine Mehrheit fand: 29 Delegierte stimmten dafür, die notwendigen 74 Stimmen wurden so deutlich verfehlt.

Quelle: http://www.handball-welt.de/o.red.c/news.php?LID=&GID=1&auswahl=16772


MHV – 6. Regionalverband im DHB?

- 03.12.2010

Die Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen luden zur 2. Vereinskonferenz nach Halle.

 

„Wir sind auf dem richtigen Weg.“, konstatierte Eberhard Gläser, Präsident des Handball-Verbandes Sachsen-Anhalt, und eröffnete am vergangenen Samstag in den Räumen der Hafen Halle GmbH, die bewusst mit Bezug auf den Beginn der Initiative „MHV“ gewählt wurden, die 2. Vereinskonferenz des Mitteldeutschen HV.

 


Im Mittelpunkt standen detailreiche Ausführungen zur Entwicklung, dem aktuellen Stand der bisherigen Bemühungen und den darauf beruhenden Erfolgsaussichten des Antrages zur Aufnahme des MHV als 6. Regionalverband. Dieser steht auf dem am 04. Oktober `08 stattfindenden Bundestag des Deutschen Handball-Bundes auf der Tagesordnung. „Es gibt derzeit noch keine konkreten Aussagen zur mittelfristigen Entwicklung des Spielbetriebes, dies ist gerade für die Vereine unbefriedigend, jedoch erwarten wir zum Bundestag Klarheit, die unser weiteres Handeln vorgeben wird.“, so Wolfgang Birth, Präsident des Thüringer HV.

Zwei mögliche Szenarien sind bisher ab der Saison 2010/11 denkbar: zum Einen wird der MHV als 6. Regionalverband aufgenommen oder das höchste Gremium des DHB, folgt dem Votum des Erweiterten Präsidiums und stellt den Spielbetrieb unterhalb der ersten und zweiten Bundesliga innerhalb der bestehenden Strukturen noch breiter in einer dritten und vierten Liga auf. „Auf jeden Fall wird es den gemeinsamen Spielbetrieb in Mitteldeutschland geben, so oder so.“, erklärte Uwe Vetterlein, Präsident des Handball-Verbandes Sachsen.

Letztere Variante birgt jedoch auch viele weitere Fragen, z. B. „Wo bleibt die Jugend?“, die nach dem vorgestellten Model weiterhin in den „alten“ Strukturen verharrt.

Dass der MHV ernst genommen werden will und dies auch nach außen präsentiert, zeigen verschiedene auf dieser Konferenz erstmalig gezeigte Materialien. „Ab sofort stehen in den drei Landesverbänden verschiedene Printerzeugnisse zum Abruf bereit. Diese umfassen einen Kennenlern-Flyer für Vereine, einen Saisonkalender und der gemeinsam mit dem DHB erstellte Leitfaden „Kooperation Schule-Handballverein“.

Über aktuelle Geschehnisse, wie den MHV-Pokal, wird die eingerichtete Internetpräsenz auf www.mhv-handball.de berichten.“, so der Geschäftsführer des HVSA, Denis Engel.


Mitteldeutscher Verband (MHV) gegründet

- 03.12.2010

Am gestrigen Donnerstag hat in Eisenberg / Thüringen die Gründungsversammlung des Mitteldeutschen Handball-Verbandes (MHV) stattgefunden. Mit der Neugründung des Dachverbandes, der seinen Sitz in Leipzig haben wird und der zunächst aus den Landesverbänden Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen besteht, nimmt die Initiative aus dem Sommer dieses Jahres von Vereinen und Interessengruppen einen vorläufigen Höhepunkt.

 


Der Vorstand des neuen Regionalverbandes soll aus den Vorständen der beteiligten Landesverbände besetzt werden. In einer ersten Pressemitteilung bezieht der Mitteldeutsche Handball-Verband seinen Gründungsimpuls einmal mehr explizit auf die logistischen, organisatorischen und damit verbundenen finanziellen Auswirkungen der alten Struktur. „Das gemeinsame Problem aller Regionalligisten Mitteldeutschlands sind die extrem langen Fahrtstrecken bis an die Süd-, Südwest- bzw. Nordgrenzen der Bundesrepublik, die seit der Abschaffung der Regionalligastaffel Mitte zu bewältigen sind“, heißt in der Erkärung.

Die fünf Regionalverbände in Deutschland organisieren derzeit fünf Regionalligen. Dies war nicht immer so: 1999 wurde eine sechste Regionalliga "Mitte" ins Leben gerufen, die von allen Verbänden getragen wurde und vom Südwestdeutschen Verband organisiert wurde. In der Staffel Mitte spielten Vereine aus Nordhessen, Sachsen und Thüringen. Nach der Runde 2004/2005 kündigten der West- und Norddeutsche Handballverband den Regionalliga-Vertrag, was letztlich zur Auflösung der Regionalliga Mitte führte. Die Vereine aus dieser Staffel wurden entsprechend ihrer Verbandszugehörigkeit auf die fünf Regionalligen verteilt. Die Kündigung des Vertrages hätte sich nur vermeiden lassen, wenn Hamburg und Schleswig-Holstein sich dem Norddeutschen Verband angeschlossen hätten, dann hätte Sachsen vom Süddeutschen in den Nordostdeutschen Verband wechseln können. So besteht der Regionalverband Nord aus Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Süd aus Baden, Bayern, Südbaden, Sachsen und Württemberg, Nord-Ost aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein und Süd-West aus Thüringen, Hessen, Rheinland, Rheinhessen, Pfalz und Saar. Einzig der West-Verband mit den Landesverbänden Mittelrhein, Niederrhein und Westfalen ist weitgehend nicht betroffen von der Problematik.

Die Regionalliga Mitte sei eben auch unter dem Aspekt der „wesentlich höheren Regionalität und damit Identifikation“ gebildet worden, so der MHV. „Die hohe finanzielle Belastung ist durch die Vereine kaum bzw. nicht zu bewältigen. Die Folge: Aufstiegsverzicht in bzw. Abstieg aus der Regionalliga und damit Ausdünnen der Regionalliga-Vereine in Mitteldeutschland“, erläutert der Verband weiter. Somit definiert sich der neue Verband auch in einem eher breitensportlichen Sinne darüber „die Belastung der Vereine durch eine deutliche Verkürzung der Reisewege zu minimieren.“ Eine gemeinsame Liga ist der nächste Schritt. „Bereits im Vorfeld der Gründungsversammlung verständigten sich die beteiligten Landesverbände auf die gemeinsame Erklärung des Austritts aus ihren jeweiligen Regionalverbänden im Frühjahr des nächsten Jahres“, sagt die Erklärung weiter.

Die Verbandsgründung hat weitreichende Folgen. Wie der MHV in die bestehenden Strukturen im Deutschen Handball Bund eingebaut werden kann, wird sich spätestens zum Bundestag des DHVB zigen, der vom 03. bis 05. Oktober 2008 in Hamburg stattfindet. Jenseits des neuen Mitteldeutschen Verbandes stellt sich nun die Frage, wie die dann sechs Regionalverbände besetzt werden. So hat der Regionalverband Nord nun mit Bremen nur noch zwei Mitglieder, Nordost (Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein) und Südwest (Hessen, Rheinhessen, Saarland, Pfalz und Rheinland) jeweils fünf. Auswirkungen hat dieses Ungleichgewicht beispielsweise auch auf das Sichtungssytem des DHB, der auf Regionalverbandsebene sichtet und dabei bei den Jungen ein ambitionierten neues System installieren möchte, welches mit zwei Landesverbänden auf einer Sichtung nur noch schwer durchführbar ist, ganz zu schweigen von den rein numerischen Ungleichgewichten, die in der Zukunft weitere Schwierigkeiten für das bereits malade regionale Ausbildungssystem des DHB bedeuten.

Auch vor der anhaltenden Debatte über die Einführung eingleisiger zweiter Ligen hat das neue Konstrukt Bedeutung. Während bei den Männern noch über eine Eingleisigkeit diskutiert wird, haben die Frauen bereits den ersten Schritt unternommen. Im Bereich der Handball Bundesliga Vereinigung der Frauen (HBVF) geht das Projekt Eingleisigkeit nach einem Ligabeschluss bereits in die Gremien. Da Aufstiegsrechte in der deutschen Verbandsstruktur das höchste Gut sind, bleibt damit zu klären, inwieweit sechs Regionalligen Aufsteiger in eine eingleisige zweite Liga stellen können. Auch das Aufstiegsrecht in die Regionalligen wird erneut debattiert werden, schließlich warten im Bereich des SWHV und des NOHV fünf Landesverbände auf ein Aufstiegsrecht, im Norden dagegen nur zwei.

Quelle: http://www.handball-welt.de/o.red.c/news.php?LID=&GID=1&auswahl=12185


IG Mitteldeutscher Handball gegründet

- 03.12.2010

Die Verbände Thüringens, Sachsens und Sachsen-Anhalts haben eine IG „Mitteldeutscher Handball“ begründet. Auf einem Treffen der Verbandspräsidien wurde diese Interessengemeinschaft beschlossen, um die Neugründung eines neuen Regionalverbandes anzuschieben, dabei sollen vor allem in Sachen Spieltechnik und Recht die nötigen Vorarbeiten geleistet werden.

 


Die Gründung der IG „Mitteldeutscher Handball“ geht auf eine Initiative des HC Einheit Halle zurück. Der Vorstoß der Hallenser, in Zukunft eine Neustrukturierung der dritten Ligen anzugehen, wurde auf einer Vereinskonferenz am 30. Juni in Halle von Vereinen, aber auch Verbänden unterstützt. Die Landesverbände Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, die den Kern des zu gründenden sechsten Regionalverbandes bilden, hatten bei der Vereins-Konferenz zugesagt, von ihrer Seite der Initiative weiter zu helfen.

Bei einem Treffer der Präsidien in Eisenberg „wurde schnell deutlich, dass die einzelnen Vorstellungen über die Aufgaben und Ziele eines Regionalverbandes sehr dicht beieinander liegen“, teilte nun der HC Einheit in einer Presseerklärung mit. Konkretes Ergebnis war die Gründung der IG. Bereits zum nächsten DHB-Bundestag im Oktober dieses Jahres will man von Seiten der Initiatoren den Gründungsantrag für einen neuen Regionalverband präsentieren.

Um den Antrag vorzubereiten, wird in zwei Arbeitsgruppen zu den Themen Spieltechnik und Recht gearbeitet, Ergebnisse sollen am 7. September in einer gemeinsamen Tagung der drei Landesverbände vorgelegt werden. „Wir sind selbst etwas überrascht, wie schnell das Ganze nach der Vereinskonferenz an Dynamik gewonnen hat“; sagte Frank Paulat, einer der Initiatoren. „In diesem Sinne war die Vereinskonferenz ein großer Erfolg. Da hat man die große Einigkeit und den unbedingten Willen der Vereine gesehen, die eine Änderung wollen“; so Paulat weiter. „Nun ist die Initiative in den Verbandgremien, wir werden weiterhin das Ganze mit aller Kraft unterstützen“, stellt Paulat fest.

Frank Paulat sieht die zugkräftigen Argumente weiterhin auf der Seite der Initiative: „Unsere Jugend hat kaum noch Gegner, den Vereinen geht das Geld aus und ganze Regionen sitzen nur noch in ihrem eigenen Saft“. Ob es möglich ist, bereits zum DHB-Bundestag in zwei Monaten eine Vorlage vorzulegen, mochte Paulat nicht abschließend beurteilen. „Den Zeitplan kann man einzuhalten, ob es allerdings rechtlich reicht, bleibt abzuwarten.“ In jedem Falle erwarte man einen weiteren wichtigen Impuls für die Initiative, wenn das Thema beim DHB-Bundestag diskutiert wird. „Alle Verbände können dann sehen, dass hier eine große Einigkeit für die Initiative herrscht und können sich mit der Materie beschäftigen“, schaute Paulat voraus.

Quelle: http://www.handball-welt.de/o.red.c/news.php?LID=&GID=1&auswahl=10028


Halle fordert neue Ligastruktur in den dritten Ligen -

- 03.12.2010

Seit zwei Spielzeiten gibt es die Regionalliga Mitte nicht mehr. Seit der Kündigung des Regionalligavertrages und der Neustrukturierung des Bundesligaunterbaues klagen viele Vereine über enorme Belastungen, die aus langen Fahrtstrecken und dem resultierenden hohen Aufwand im Bundesligaunterbau resultieren. Nun hat mit dem HC Einheit Halle (Sachsen-Anhalt) ein Verein aus der Regionalliga Nord die Initiative ergriffen, um mittelfristig die Ligastrukturen zu ändern. Selbst die Gründung eines Regionalverbandes Mitteldeutschland wurde angedacht.

 


Eintracht Halle nutzte das Regionalliga-Derby gegen die HSG Wolfen, um in einer Podiumsdiskussion die Schwierigkeiten rund um die aktuelle Ligastruktur zu erläutern. Für die kommende Saison haben bereits alle Mannschaften aus Sachsen-Anhalt auf einen Aufstieg in die Regionalliga Nord verzichtet. Aufsteigen in die Regionalliga Nord werden stattdessen die beiden Erstplatzierten aus Bremen und Niedersachsen. Matthias Berger, Manager des HC Wolfen und Ligavertreter beim Norddeutschen Handball-Verband präferierte ob dieser Ausgangslage eine Relegationsrunde mit den zweiten der Oberliga und dem bestplatzierten Absteiger der Regionalliga, was allerdings vom Spielausschuss abgelehnt wurde. „Da hat man auch von Seiten unseres Landesverbandes unser Aufstiegsrecht einfach aufgegeben“, bedauert Frank Paulat, Präsidiumsmitglied des HC Einheit Halle.

Dass die Mannschaften aus Sachsen-Anhalt der Regionalliga Nord immer mehr die kalte Schulter zeigen, hat für Halles Präsident Frank Otto gravierende Folgen. Der Aufwand, den die Regionalliga erfordere, wachse von Jahr zu Jahr. Schiedsrichter und Zeitnehmer sowie immer weitere Fahrten sorgen für steigende Kosten. Während die Mannschaften weitgehend aus Amateursportlern bestehen, wird bei den Auswärtsfahrten ein professioneller Aufwand erforderlich. Die regionalen Derbys dagegen werden immer weniger, Fans der Gästeteams finden sich nur noch vereinzelt ein.

1300 Kilometer für ein Spiel

Otto erläuterte anhand einiger Beispiele den Aufwand. So fahren Teams aus Leipzig 650 Kilometer zur HSG Konstanz an den Bodensee, der SV Hermsdorf aus Ost-Thüringen ist 520 Kilometer Richtung Westen zur HSG Saarlouis unterwegs, Halle macht 400 Kilometer nach Fredenbeck und 390 nach Edewecht. Ein Resultat der langen Touren: In den letzten Jahren konnte jeweils keine sächsische Mannschaft in der Regionalliga Süd mithalten und den Klassenerhalt erreichen. So steigt der letztjährige Aufsteiger aus Sachsen - der Sachsenmeister HSG Freiberg verzichtete ebenso wie der Zweite HC Plauen aus finanziellen Gründen wegen den langen Fahrtstrecken auf den Aufstieg -  die SG LBV Leipzig mit 13:53 Punkten als Tabellenletzter wieder ab.

„Wir möchten die Initiative ergreifen und einen Anstoß zur Veränderung geben“, sagte Frank Paulat. „So wie jetzt kann es nicht weitergehen, das geht zu Lasten des gesamten Handballs“, meint Paulat, der darüber hinaus beklagt, dass auch der Jugendbereich von der Misere betroffen ist. Man könne Jugendlichen nicht zumuten, überregional nur mit ewig langen Fahrten spielen zu können. „Wir wollen nicht das ganze System in Frage stellen, aber wir wollen, dass Regionalliga-Handball wieder regional wird“, fordert Paulat. Folglich wird man in Halle im Sommer Vereine aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg zu einem gemeinsamen Austausch einladen. Ziel müsse es sein, eine gemeinsame Position zur Ligastruktur zu erarbeiten. „Auch wenn der Weg dorthin steinig sein mag und dies sicherlich nicht schon kurzfristig zu lösen ist, wollen wir es doch endlich angehen“, bekräftigt Frank Paulat.

Die fünf Regionalverbände in Deutschland organisieren derzeit fünf Regionalligen. Dies war nicht immer so: 1999 wurde eine sechste Regionalliga "Mitte" ins Leben gerufen, die von allen Verbänden getragen wurde und vom Südwestdeutschen Verband organisiert wurde. In der Staffel Mitte spielten Vereine aus Nordhessen, Sachsen und Thüringen. Nach der Runde 2004/2005 kündigten der West- und Norddeutsche Handballverband den Regionalliga-Vertrag, was letztlich zur Auflösung der Regionalliga Mitte führte. Die Vereine aus dieser Staffel wurden entsprechend ihrer Verbandszugehörigkeit auf die fünf Regionalligen verteilt. Die Kündigung des Vertrages hätte sich nur vermeiden lassen, wenn Hamburg und Schleswig-Holstein sich dem Norddeutschen Verband angeschlossen hätten, dann hätte Sachsen vom Süddeutschen in den Nordostdeutschen Verband wechseln können. So besteht der Regionalverband Nord aus Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Süd aus Baden, Bayern, Südbaden, Sachsen und Württemberg, Nord-Ost aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein und Süd-West aus Thüringen, Hessen, Rheinland, Rheinhessen, Pfalz und Saar. Einzig der West-Verband mit den Landesverbänden Mittelrhein, Niederrhein und Westfalen ist weitgehend nicht betroffen von der Problematik.  

Lösung Regionalverband Mitteldeutschland?
 

Einheit-Präsident Otto konnte sich auch vorstellen, zur Neustrukturierung der Ligen einen neuen Mitteldeutschen Regionalverband zu begründen. Nach dem Beitritt des Deutschen Handball-Verbandes wurden die Landesverbände auf dem Boden der ehemaligen DDR auf die bereits bestehenden Regionalverbände aufgeteilt. Zum einen wollte man eine Abkapselung entlang den alten Grenzen vermeiden, zum anderen den Austausch zwischen den Verbänden erleichtern und intensivieren. „Das hat ja auch gut funktioniert“, sieht Paulat hier nicht das entscheidende Problem. Die Kündigung des Regionalliga-Vertrages und die Auflösung der Regionalliga Mitte sei das Kernproblem. „Die Bezeichnung Mitteldeutscher Verband ist einfach ein Arbeitstitel, das kann auch Regionalverband Ost heißen, wir wollen da keine Ost-West-Schiene aufmachen. Denkbar wäre auch ein Zusammengehen mit Thüringen, Brandenburg und Sachsen. Wir sind nach allen Seiten offen“, sagt Paulat.

Die Stoßrichtung der Hallenser Initiative ist nicht neu. Bereits im Sommer 2006 hatte der SV Hermsdorf versucht, in einer Petition die Bildung eines Regionalverbandes Mitte auf den Weg zu bringen. In der mit „Handball ohne Perspektive!?“ betitelten Schrift stellten die Autoren Dr. Christian Bauer und Gerd Pillau vom SVH „eine völlige Perspektivlosigkeit des Handballsports nicht nur in Hermsdorf, sondern im gesamten mitteldeutschen Raum“ fest. Die Argumente waren auch hier gleich lautend. Statt ca. 4.600 Kilometer Fahrtstrecken in einer Mitte-Staffel kämen auf Hermsdorf in der Südwest-Liga ca. 12.000 Kilometer zusammen, Sponsoren sähen keinen Mehrwert in überregionalem Sponsoring und Derbys mit regionalem Bezug fielen weg.

Auch die Jugend leidet

Ähnlich wie auch in Halle sah man in Hermsdorf die Schwierigkeiten, leistungsorientierten Nachwuchshandball anzubieten. Die zurückgehenden Zahlen im Nachwuchsbereich würden zu abnehmenden SpielerInnen- und Mannschaftszahlen im genannten Raum führen – Spiele, in denen der Nachwuchs auf Landesverbandsebene gefordert wird, werden weniger. Im Bereich des Südwestdeutschen Handball-Verbandes gibt es für A und B-Jugend eine zweigeteilte Regionalliga, an der Hermsdorf aber aufgrund der Distanzen nicht teilnehmen kann. Darüber hinaus werden das Sichtungswesen und die Nachwuchsförderung von Verbandsseite aus erschwert duch die unterschiedlich großen und heterogenen Regionalverbände.

Der aktuelle thüringische Frauen-Meister HSV Apolda hat bereits auf den Aufstieg in die Regionalliga Südwest verzichtet. Hermsdorf ist aus der Regionalliga Südwest erneut sportlich abgestiegen und wird die Klasse nur aufgrund von Mannschaftsrückzügen halten, Aschersleben ist aus der Regionalliga Nord abgestiegen, Wolfen äußerst gefährdet. Kein Wunder, meint Frank Paulat: „Diese ganzen Fahrten kosten letzten Endes einen bis zwei Spieler.“

Ob der Initiative der Hallenser mehr Erfolg beschieden sein wird als der des SV Hermsdorf, darf zunächst bezweifelt werden. Mit der ehemaligen Regionalliga Mitte und der aktuellen Struktur in den Regionalligen ist einiger Sprengstoff verknüpft. Letzten Endes wird eine komplette Neustrukturierung der Regionalverbandsstrukturen unumgänglich sein, um eine dritte Liga zu schaffen, die einerseits leistungsfähig ist und andererseits die aktuellen Zwänge und Gegebenheiten berücksichtigt. Dies ist auch vor einem anderen Hintergrund aktuell. Sollte es eines Tages tatsächlich zu einer Neustrukturierung der zweiten Ligen und damit zu einer eingleisigen zweiten Liga kommen, muss spätestens dann die dritte Liga reformiert werden. 

Quelle: http://www.handball-welt.de/o.red.c/news.php?LID=&GID=1&auswahl=8942


 
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