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Auf in eine neue Ära. Zurück zur alten Stärke. - 07.08.2017

Flensburg und Kiel starten aus einer etwas veränderten Ausganglage heraus in die neue Saison. Die Medienmannschaft beschreibt die Situation der beiden Weltklasseteams wenige Wochen vor dem Bundesligastart.

Wenn die beiden schleswig-holsteinischen Top-Klubs SG Flensburg-Handewitt und THW Kiel in die Saison 2017/2018 starten, werden sie dies unter veränderten Vorzeichen tun. Der THW startet den Versuch, unter Alfred Gislason zur alten Stärke und Souveränität zurückzufinden. Der Umbruch, heißt es beim Rekordmeister, sei inzwischen weit fortgeschritten, man habe endlich mal wieder eine richtige Vorbereitung gehabt. Der THW unternimmt einen erneuten Anlauf auf die Deutsche Meisterschaft, er will den DHB-Pokal verteidigen und auch in der Champions League wieder dominanter auftreten. Das haben die ‚Macher’ in der Landeshauptstadt unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Die Flensburger dagegen stehen vor einer Serie mit einigen Fragezeichen. Die kommende Spielzeit ist für die SG eine Art Neubeginn, das Jahr eins nach Ljubomir Vranjes und mit dem neuen Chefcoach Maik Machulla, also der Aufbruch in eine neue Ära. Die lang ersehnte zweite Deutsche Meisterschaft, so scheint es, kann nicht ausgerechnet jetzt das ausnahmslose Ziel sein, wenngleich der Kern des Teams immer noch allerhöchsten Ansprüchen genügt.

 

 

Aufeinandergetroffen ist man bereits. Das ewig junge Nordderby hatte seine jüngste Neuauflage neulich in Neumünster. Klar: Es war nur ein Test. Die Flensburger gewannen ihn 28:25 (14:11). Zufrieden war anschließend aber nicht nur SG-Coach Machulla, sondern auch sein Kieler Kollege Gislason. Aufschlussreich, so der gemeinsame Tenor, sei der Vergleich gewesen.

 

In beiden Lagern hat sich schließlich auch personell etwas getan: Die SG, Vizemeister des Vorjahres, hat nicht nur einen neuen Chef – als Cotrainer fungierte Machulla ja bereits unter Vranjes – auf der Bank, sondern auch einen Umbruch im Kader vorgenommen. Für das Jahr eins der neuen Zeitrechnung kamen folgende Spieler an die Flensburger Förde: Magnus Röd (Baekkelaget Oslo), Marius Steinhauser (Rhein-Neckar Löwen), Simon Jeppsson (Lugi Lund) und Rasmus Lind (Tvis Holstebro). Anders Eggert indes hat die SG Richtung Skjern verlassen – auch ein gehöriger Einschnitt: Seit 2006 hatte der kleine, trickreiche Wirbelwind die SG entscheidend mitgeprägt. Ebenfalls von Bord gingen: Johan Jakobsson (IK Sävehof), Bogdan Radivojevic (Rhein-Neckar Löwen), Petar Djordjic (Brest HC Meschkow) und eben – Ljubomir Vranjes, der in Ungarn anheuerte, beim Starensemble in Veszprem und als Nationalcoach.

 

Flensburg hatte zusammen mit Vranjes viel erreicht. Der dominante Trainer hatte der SG seine Handschrift verpasst und ihr – u.a. – völlig überraschend zum Champions League Titel 2014 verholfen. Mit Vranjes aber hat die SG auch viele wichtige Spiele verloren. Zumeist dann, wenn man sie in der Favoritenrolle wähnte. Beide Seiten hatten zudem schon letztes Jahr das Gefühl, dass eine Veränderung neue Impulse mit sich bringen würde. Die Trennung bahnte sich frühzeitig an. Spätestens, als Vranjes’ seine Wechselabsichten kurz vor und in der Winterpause anklingen ließ und während der WM in Frankreich dann auch deutlich kommunizierte, war sein Abschied nicht mehr abzuwenden. Und, wie viele Insider behaupten, auch sinnvoll.

 

Auch in Kiel rumorte es in der vergangenen Saison. Der bis dato unantastbare Erfolgscoach Alfred Gislason war in die Kritik geraten. Zu wechselhaft waren die Darbietungen des THW in den letzten beiden Spielzeiten. Und zu sehr nach Alibi hatte es geklungen, wenn seitens der Offiziellen immer und immer wieder der Umbruch und die angebliche Unerfahrenheit des angeblich so jungen Teams propagiert wurden, das so jung und unerfahren nun mal nicht war und ist. Was – u.a. – tatsächlich die Pläne der Kieler durchkreuzt hatte, war die hohe Verletzungsfrequenz innerhalb des Kaders und die daraus resultierende, immense personelle Fluktuation in Verbindung mit einer zu kurzen Vorbereitung. Spielerisch lief es nicht beim Rekordchampion. Kämpferisch raffte sich der THW indes zu seinem selbst erklärten Saisonhöhepunkt, dem Pokalfinale in Hamburg – gegen die favorisierte SG Flensburg-Handewitt – noch einmal auf und holte den Pott. Ein Husarenstück. Auch von Gislason. Dieser Triumph ‚rettete’ eine ansonsten unstete Saison für den erfolgsverwöhnten THW.

 

Personell haben die Kieler 2017/2018 noch immer ein riesiges Angebot an Weltklassespielern und jede Menge Optionen. Es kamen Miha Zarabec (RK Celje), Ole Rahmel (HC Erlangen) und Emil Frend Öfors (Alingsås HK). Es gingen Ilija Brozovic (TSV Hannover-Burgdorf), Christian Sprenger (Karriereende, bleibt dem THW jedoch als Jugend-Koordinator erhalten) und Blazenko Lackovic (HSV Hamburg). Also kein weiterer Umbruch mehr in der Landeshauptstadt. Geschäftsführer Thorsten Storm folgert daraus: „Ich glaube, dass wir eine angriffslustige Mannschaft sehen werden, eine Mannschaft, die brennt. Und ich denke, das ist auch das, worauf sich die Fans am meisten freuen.“ Er stellt allerdings auch eine Forderung auf: „Hier wissen alle: In diesem Jahr muss mehr kommen. Dafür tritt der THW Kiel an.“ (Quelle: KN). Dass die Konkurrenz groß ist, national wie international, ist ihm klar. Doch ist nach zwei Meisterschaften der Rhein-Neckar Löwen vor allem in der Bundesliga der Kieler Selbstanspruch wieder ein anderer: der alte.

 

In Flensburg ist man bei der Formulierung der Ziele etwas weniger forsch. Eher zurückhaltend, auch in dem Wissen, dass diese Spielzeit nicht unbedingt mit der vorherigen zu vergleichen sein wird, als die SG zunächst fast schon als ‚Übermannschaft’ gehandelt und gefeiert worden war. „Eine gute Saison wäre, wenn wir uns wieder für die Champions League qualifizieren", sagt Machulla, „es wird eine brutale Saison, viele Mannschaften sind im Aufstreben. Magdeburg hat wahnsinnig investiert und einen Schritt nach vorne gemacht. Berlin ist auf hohem Niveau. Melsungen kommt ebenfalls und die etablierten Teams oben sind ohnehin schon da. Es werden also sechs, sieben Mannschaften sein, die alle oben spielen werden." Flensburg will sich behaupten, so der neue Chefcoach: „Wir müssen unsere Position verteidigen und das wird eine große Herausforderung." (Quelle: NDR)

 

Begegnen werden sich die beiden Dauerrivalen auch in der kommenden Serie mehrmals. In der Bundesliga, natürlich. Im Pokal vielleicht irgendwann. Aber ganz sicher auch erneut in der Gruppenphase der Champions League, zum dritten Mal hintereinander. Und wieder ist es eine ‚Hammergruppe’: Veszprem, Paris, Kielce, ... – die Herausforderungen an beide Teams sind riesig und reichlich. Die Landesderbys aber dürften weiterhin die Highlights sein.          

fs

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