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Ende einer Ära: Karl-Friedrich Schwark tritt nach 21 Jahren als HVSH-Präsident ab - 15.05.2017

Es ist das Ende einer Ära im Handballverband Schleswig-Holstein: Nach 21 Jahren als HVSH-Präsident wird Karl-Friedrich Schwark dieses Jahr nicht erneut kandidieren. Es ist ein Rekord, kein Präsident vor ihm war so lange im Amt. Auf dem Verbandstag am 20. Mai wird er das Zepter nun an seinen Nachfolger übergeben. Unter der Ägide des ehemaligen Spitzenschiedsrichters wurde mit zahlreichen Strukturreformen und wegweisenden Entscheidungen der Grundstein für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft im nördlichsten Landesverband gelegt.

 

„Wenn man sich 50 Jahre ehrenamtlich engagiert hat, darf man auch mal zu dem Ergebnis kommen: Jetzt ist Schluss“, zeigt sich Schwark angesichts seines - lang geplanten - Abschieds von der Verbandsspitze aufgeräumt. „Ich habe es gerne gemacht, aber jetzt denke ich an mich und meine Familie.“

 

In den vergangenen Jahrzehnten hatte die Familie hingegen immer wieder zurückstecken müssen:

 

Schwark leitete nicht nur die Geschicke im HVSH, sondern war bis März 27 Jahre lang auch Vorsitzender des Kreishandballverbandes Rendsburg-Eckernförde und saß seit zwölf Jahren als Vertreter der Landes- und Regionalverbände im Präsidium des Deutschen Handballbundes. „Wenn ich alles Revue passieren lasse, war es eine schöne, obwohl mitunter natürlich auch anstrengende Zeit“, zieht Schwark ein positives Fazit. „Man kann aber nicht immer unendlich weitermachen.“ Der erfahrene Funktionär, den DHB-Präsident Andreas Michelmann einmal als ‚Archiv des deutschen Handballs‘ adelte, wird im Sommer 70 Jahre alt - eine für ihn wichtige Marke. „Ich habe immer gesagt: ‚Wenn ich 70 bin, habe ich kein Ehrenamt mehr in leitender Funktion‘“, betont Schwark mit einem Schmunzeln. „Das Ziel werde ich erreichen.“

 

Um dem Verband die Zeit zu geben, in aller Ruhe nach einem Nachfolger zu suchen, kündigte Schwark seinen Abschied bereits 2015. Die Geschicke geordnet zu übergeben, war dem ehemaligen Spitzenschiedsrichter wichtig - weiß er doch aus eigener Erfahrung, wie schwierig es andernfalls sein kann. „Ich bin damals ohne große Vorbereitungszeit eingestiegen“, erinnert sich Schwark, der als Dienststellen-Leiter bei der Polizei tätig war. 1996 wurde der Rendsburger auf dem Verbandstag zum Nachfolger von Heinz Jacobsen gewählt. Er kümmerte sich zunächst vor allem um die innere Struktur des Verbandes. „Wir haben allein sechs Jahre gebraucht, um den Verband modern zu formen“, blickt der langjährige Funktionär zurück.

 

Einer der ersten Schritte der Neustrukturierung war die Zuordnung von Geschäftsbereichen für die Vizepräsidenten. „Es war unbedingt notwendig, dieses Ressortprinzip einzuführen. Vorher gab es keine eindeutige Aufgabenverteilung - seitdem ist klar, was jeder zu tun hat“, weiß Schwark um den Erfolg der Reform. Als weitere wichtige Errungenschaften seiner Amtszeit bezeichnet er die Strukturreform, mit welcher der Verbandstag 2006 eine Auflösung der Bezirksverbände beschloss, die Verbesserung der finanziellen Situation des Verbandes sowie die Verlagerung der Verwaltung in die Hauptamtlichkeit und die Einstellung eines Landestrainers.

 

Dass derart einschneidende Veränderungen nicht reibungslos ablaufen, hat Schwark in seiner Amtszeit mehr als einmal erlebt. Er habe die Erfahrung gemacht, so der 69-Jährige, dass „Veränderung im Sport verdammt, verdammt schwere Geburten“ seien. „Verbandsarbeit bedeutet, jede kleine Kiste mehrheitsfähig machen zu müssen“, fasst er zusammen. „Es ist nicht immer einfach, die Ideen von oben nach unten durchzubekommen, man braucht viel Überzeugungskraft.“

 

Entmutigen lassen hat sich Schwark davon jedoch nicht - ebenso wenig wie von verbandsinternen Meinungsverschiedenheiten. „Es gibt gewisse Spannungen, die wir nicht überbewerten wollen, die aber zum Ausscheiden zweier unserer Präsidiumsmitglieder geführt haben“, bedauerte der Präsident den Konflikt bereits 2015. Zwei Jahre später gesteht Schwark ein, dass die starke Opposition dem Präsidium „schon ganz schön Kraft abverlangt“ habe. Er weiß jedoch auch: „Man muss ein dickes Fell haben - und als Verband haben wir uns in den vergangenen 21 Jahren ein gutes Standing im deutschen Handballbund erarbeitet. Das ist ebenso wie unsere Entwicklung ein toller Erfolg.“

 

Baustellen gibt es trotzdem noch genug. „Ich halte es für notwendig, die Spieltechnik ebenfalls in die Hauptamtlichkeit zu verlagern“, erläutert Schwark. „Außerdem müssen die institutionelle Förderung über den LSV erhöht und einige Optimierungen im Schiedsrichterwesen vorgenommen werden.“ Er selbst wird diese Schritte zwar nicht mehr als Präsident vorantreiben können, doch dem Handball will er erhalten bleiben. Er verspricht: „Ich werde die Entwicklungen mit Sicherheit mit einem wachsamen Auge verfolgen, denn die Arbeit für den Verband hat mir immer sehr viel Spaß gemacht.“

 

Ganz loslassen will und kann Schwark seine Herzenssportart daher auch in Zukunft nicht - und so hat der langjährige Präsident bereits ein neues Projekt gefunden. „2021 wird der HVSH 75 Jahre alt - und ich will die letzten 21 Jahre für die Verbandschronik aufbereiten“, verrät Schwark. „Ich habe viele, viele Dinge miterlebt und es liegt bereits einiges bei mir zu Hause, dass ich für die Aufarbeitung verwenden kann.“ Auch für die Familie will er sich mehr Zeit nehmen. „Meine Frau und ich reisen gerne und ich muss unseren Urlaub jetzt endlich nicht mehr von den verschiedenen Präsidiumssitzungen abhängig machen“, freut sich Schwark. „Wir sind von der Zeit her nun ein bisschen freier und unabhängiger.“

 

Dass ihm seine Ämter fehlen werden, glaubt Schwark nicht. „Ich habe 1997 schon den Totalausstieg als Schiedsrichter gewählt, nachdem ich über 3000 Partien auf allen Ebenen geleitet hatte“, erinnert er sich. „Ich hatte keine Probleme damit, nicht mehr Schiedsrichter zu sein und ich bin auch ziemlich sicher, dass ich nun keine Probleme damit haben werde, nicht mehr Verbandspräsident zu sein. Ich konnte mich in meinem Leben immer beschäftigen und habe noch nie Langeweile gehabt.“

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