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Mittendrinn – Handball für alle

- 06.03.2014

Das inklusive Kinder- und Jugendprojekt des HVSH „Handball für alle“ zu Gast beim Final Four der Männer  in Altenholz

Für einige Teilnehmer war das diesjährige Final Four - Turnier um den HVSH-Landespokal der Männer - in Altenholz bei Kiel ein ganz besonderes Erlebnis, dass sie so schnell nicht vergessen werden. Damit sind keinesfalls die Spieler oder Trainer der vier Finalisten gemeint. Sicherlich hatten auch sie sich auf das Turnier gefreut  und den sportlichen  Erfolg erhofft.  Viel größer aber war die Freude und Aufregung bei den 17 Kindern des inklusiven Handballprojektes „Handball für alle“  aus Lübeck, die am Samstag zwischen den beiden Halbfinalbegegnungen Teil der Veranstaltung wurden.

Gemeinsam mit ihren Trainern, Betreuern und vielen Eltern waren die Kinder und Jugendlichen extra mit einem Bus aus Lübeck angereist, um zunächst die Halbfinalbegegnung ihres Vereins TuS Lübeck 93 gegen die HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg zu verfolgen. Lautstark wurde die Mannschaft von Trainer Harro Naujeck unterstützt, der gleichzeitig  auch einer der Trainer  von „Handball für alle“ ist. Nach dem ersten Halbfinale war es dann soweit. Nun durften alle Aktive von „Handball für alle“  den Zuschauern in Altenholz einmal  zeigen, was sie in den letzten eineinhalb Jahren seit Bestehen des Projektes bereits gelernt haben und demonstrieren, dass das Miteinander von Kindern mit und ohne Handicap auch im Handball erfolgreich möglich ist. In einer  etwa 30 minütigen Trainingseinheit wurde geprellt, gepasst, geworfen und dabei war es ganz egal, ob der Mitspieler oder die Mitspielerin gehandicapt ist oder nicht. „Beim Training steht eindeutig die Freude und das Miteinander im Vordergrund, auch wenn wir unsere Kinder im Handball voranbringen wollen“, betonte Harro Naujeck. Wie viel Freude die Kinder am Handball spielen haben, war klar an den Gesichtern abzulesen. Alle waren mit Feuereifer bei der Sache. Dies bestätigte später auch Silke Andresen, der andere Teil des Trainerduos. Nachdem Kinder, Eltern, Trainer und Betreuer bereits wieder auf dem Heimweg waren, kam per SMS ihre Rückmeldung. „Das war ein toller Tag für alle. Manche Kinder und Eltern haben zum ersten Mal ein Handballspiel gesehen. Vielen Dank dafür!“

Ermöglicht wurde dieser tolle Tag auch durch eine Spende des Freundeskreises des deutschen Handballs. Der FDDH sponserte die Reisekosten für den Bus und ermöglichte so ein unvergessliches Handballerlebnis.

„Handball für alle“ ist ein Inklusionsprojekt des Handballverbandes Schleswig-Holstein in Kooperation mit dem TuS Lübeck 93 und der Geschwister-Prenski-Schule in Lübeck. Insgesamt 20 Kinder mit und ohne Handicap trainieren einmal in der Woche unter der Anleitung fachkundiger und hochengagierter Trainer und Betreuer.

 

Doris Birkenbach

 

 


Das Strahlen im Gesicht der Kinder ist mit Geld nicht aufzuwiegen

- 18.12.2013

Ohne das Ehrenamt würde der Handball nicht funktionieren, mit den ehrenamtlichen Jugendtrainern, Schiedsrichtern und Funktionären steht und fällt der Alltag in den über 4.500 Handballvereinen deutschlandweit. Die Ehrenamtler investieren jedes Jahr hunderte Stunden und viel Energie in den Sport, doch was treibt sie an? Für Benjamin Müller ist sein Engagement eine Selbstverständlichkeit. Der 28 Jahre alte Lehrer unterstützt das inklusive Lübecker Jugendprojekt ‚Handball für alle‘ seit dessen Start im Mai 2012 und sagt: „Das Strahlen im Gesicht der Kinder ist mit Geld nicht aufzuwiegen.“

Während es die meisten Menschen freitags nicht erwarten können, von der Arbeit nach Hause zu kommen, geht es Benjamin Müller anders. Der junge Sportlehrer macht sich „mit Freude“ direkt aus der Schule auf den Weg in die Halle, zum Training der Jugendgruppe ‚Handball für alle‘. Dort erlernen Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap gemeinsam das Handballspielen, jede Woche wird anderthalb Stunden trainiert – und daran haben nicht nur die Jungen und Mädchen ihren Spaß. „Ich gehe nach jeder Einheit mit einem positiven Gefühl ins Wochenende“, erzählt Müller mit einem Lächeln. „Das Strahlen im Gesicht der Kinder, wenn sie nach Hause gehen, ist mit Geld nicht aufzuwiegen – ich freue mich schon jedes Mal auf die nächste Woche.“

In den letzten anderthalb Jahren ist Müller für die Kinder zu einer festen Bezugsperson geworden. Gemeinsam mit seinem Mannschaftskameraden Tobias Lieweke unterstützt der 28-jährige das Trainer-Duo Silke Andresen und Harro Naujeck bei den Einheiten. „Ich habe einfach Spaß daran, meinen Lieblingssport weiterzuvermitteln und mit Kindern zu arbeiten“, erklärt Müller den Anreiz für sein Engagement. Als sich Naujeck, der zugleich der Trainer von Müller und Lieweke beim TuS Lübeck 93 ist, mit der Bitte um Unterstützung an die Mannschaft wandte, habe er deshalb auch sofort zugesagt. In der inklusiven Gruppe trainieren neun- bis 13-jährige Kinder mit und ohne Handicap, Auswahlspieler und Handballanfänger. Sie seien alle „sehr herzlich“, beschreibt es Müller, die Atmosphäre beim Training extrem familiär: „Es ist ein sehr enger Kontakt, den besonders die Kinder mit Handicap brauchen. Nicht jeder kann mit so einer Nähe umgehen, doch ich habe gemerkt, dass ich mich darauf einlassen kann.“ Berührungsängste gibt es für ihn nicht, seinen Zivildienst leistete Müller in den Lübecker Marli-Werkstätten, die Menschen mit Handicap ins Arbeitsleben integrieren.

Für Trainer Naujeck ist das Engagement seines Spielers eine große Hilfe: „Benni ist ein reiner Glücksfall. Für die Kinder ist er der Spaßvogel, für uns ein zuverlässiger Partner“, freut sich der 39-jährige, der ebenfalls als Lehrer tätig ist. Auch Andresen als Heilpädagogin und der Erzieher Lieweke gehen einem sozial-ausgerichteten Beruf nach. Für Müller ist das nicht verwunderlich: „Wenn man sowieso schon sozialpädagogisch orientiert ist, engagiert man sich eher ehrenamtlich“, glaubt er. Auch die Erziehung spielt seiner Meinung nach eine wesentliche Rolle. Müller: „Ich bin sehr durch meine Mutter geprägt worden, die uns bis heute das ehrenamtliche Engagement vorlebt; auch mein Trainer tut das. Da wird man irgendwann einfach mitgerissen.“ Geld hat für ihn deshalb auch nie eine Rolle gespielt. „Darum geht es mit überhaupt nicht“, unterstreicht es der 28-jährige. „Es ist vielmehr so, dass ich einfach mit Kindern arbeiten kann. Es geht mir gut und ich möchte davon etwas weitergeben – deshalb investiere ich die Zeit gerne.“

Insgesamt engagieren sich in Deutschland laut Angaben des DOSB mehr als 8,75 Millionen Menschen ehrenamtlich in Sportvereinen, doch die Zahlen sind seit Jahren rückläufig. Der Sportentwicklungsbericht, den der DOSB, das Bundesinstitut für Sportwissenschaft und die Sporthochschule Köln dieses Jahr herausgaben, warnte davor, dass diese Entwicklung viele Vereine an den Rand ihrer Existenz drängen könnte. Der Deutsche Handball-Bund hat bereits reagiert und die Förderung des Ehrenamtes in sein neues Entwicklungskonzept „Perspektive 2020“ aufgenommen; auch im Handballverband Schleswig-Holstein ist das Problem gut bekannt: „Es fehlen Trainerinnen und Trainer an allen Ecken und Enden“, stellt Vize-Präsidentin Doris Birkenbach, die ‚Handball für alle‘ 2012 ins Leben rief, fest. „Nicht nur, dass tolle Projekte auf der Strecke bleiben, nein: Wir müssen teilweise schon darum kämpfen, dass wir den Spielbetrieb aufrechterhalten können.“

Doch woran liegt es, dass sich immer weniger Menschen engagieren? „Ich denke, dass heutzutage einfach viele durch ihren Beruf gestresst sind und nicht die Lust oder das Durchhaltevermögen haben, dann auch noch ihre Freizeit zu ‚verbraten‘“, glaubt Müller, der den Ansatz für sich nicht nachvollziehen kann: „Ich würde jedem empfehlen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Fortschritte zu sehen, die die Kinder machen und ihnen helfen zu können, der Spaß, den ich beim Training habe: Das sind unglaublich tolle Erlebnisse, die auch mich glücklich machen – jeden Freitag wieder.“


„Die Seele des ganzen Projektes“

- 14.10.2013

Silke Andresen und die Erfolgsgeschichte von „Handball für alle“

Seit anderthalb Jahren sorgt das inklusive Jugendprojekt „Handball für alle“ in Lübeck für Furore und hat auch deutschlandweit Aufmerksamkeit erregt. Schirmherr Heiner Brand stattete dem Projekt einen Besuch ab, von einem Münchner Handballverein und der Stiftung Deutsche Sporthilfe kamen Spenden als finanzielle Unterstützung. Doch diese Erfolgsgeschichte wäre ohne eine ganz bestimmte Person nicht möglich gewesen: Silke Andresen, Heilerzieherin und lizensierte Trainerin, hat die Entwicklung des Projektes maßgeblich geprägt. Für Doris Birkenbach, Vizepräsidentin des HVSH und die Initiatorin von „Handball für alle“, ist sie schlicht und einfach „die Seele des ganzen Projektes“.

Dass Andresen bei ihrem Engagement für „Handball für alle“ auf ihre langjährige berufliche Erfahrung als Heilerzieherin zurückblicken kann, spielt dabei natürlich eine große Rolle. „Ich habe zehn Jahre mit geistig- und körperbehinderten Kindern gearbeitet und weiß, wie man mit ihnen umgehen kann und sollte“, erklärt Andresen. „Man muss besonders klare verständliche Anweisungen geben, ich beherrsche zudem Zeichensprache. Außerdem weiß ich mit Kindern mit Down-Syndrom oder Epilepsie umzugehen.“ Die ausgebildete Heilerzieherin, die eine Zusatzausbildung als Lehrkraft für geistig- und körperbehinderten Pädagogik besitzt, spielte zudem selbst 18 Jahre Handball, unter anderen in Schwartau und Stockelsdorf. Mit 17 Jahren trainierte Andresen ihre erste B-Jugend, machte dann zwischenzeitlich Pause und steht inzwischen seit 15 Jahren wieder an der Seitenlinie. Zurzeit coacht sie die weibliche B-Jugend des TSV Groß Grönau.

Gemeinsam mit Lehrer Harro Naujeck, der nebenbei die Landesligaherren des TuS Lübeck 93 trainiert, bildet Andresen seit Juni 2012 das Trainergespann, das sich um die zwanzig Kinder der inklusiven Trainingsgruppe kümmert. Die Aufgaben sind dabei klar verteilt: „Ich arbeite das Training aus, führe es durch und verteile die Aufgaben“, beschreibt Andresen das Prozedere. Doch auch, wenn sie der Kopf hinter dem Projekt ist, ginge es ohne ihren Kollegen  Naujeck nicht. „Da wir grundsätzlich in gemischten Gruppen trainieren, müssen wir natürlich innerhalb davon viel differenzieren. Das ist alleine nicht zu schaffen, denn alle Kinder – egal, ob gehandicapt oder nicht – müssen auf ihre Kosten kommen, auch wenn die körperlichen Unterschiede natürlich groß sind. Das ist das anstrengende, aber auch gerade das spannende an den Stunden. Ich bin sehr dankbar, in Harro einen so kompetenten Partner zu haben.“

Wie wichtig das Trainerduo für den Erfolg des Projektes ist, weiß auch Initiatorin Doris Birkenbach: „Die Arbeit von Harro und Silke ist eigentlich unbezahlbar. Jeder, der ein ähnliches Projekt umsetzen möchte, weiß, wie wichtig die Trainer sind – und mit den beiden haben wir ein perfektes Duo“, freut sich die HVSH-Vizepräsidentin über die gelungene Zusammensetzung des Gespanns. „Silke ist durch ihre hochengagierte Art und die Weise, wie sie Handball lebt, die Seele des Ganzen. Sie bringt sich mit ganzem Herzen ein und kann sich unheimlich für das Projekt begeistern“, schwärmt Birkenbach. „Ihre Leidenschaft für den Handball verbunden mit der Leidenschaft, Kindern neue Wege zu zeigen und Türen zu öffnen, macht sie zu einer außergewöhnlichen Person – und für eine so besondere Gruppe braucht man auch einfach besonderes Menschen wie Silke.“

Die Idee für eine inklusive Handballgruppe trug Andresen schon länger in sich. „Ich habe gemeinsam mit Doris den Vorbereitungslehrgang für die B-Lizenz absolviert“, erinnert sich Andresen, „… und ihr dabei von meinem Traum erzählt, den Handball mit der Arbeit zu vermischen, die ich damals an einer Schule für geistig- und körperbehinderte Kinder geleistet habe.“ Doch die konkrete Idee für „Handball für alle“ entstand erst drei Jahre später, nachdem Birkenbach auf einem C-Lizenz-Lehrgang Naujeck kennengelernt und den Rahmen eines inklusiven Handball-Projektes entworfen hatte. „Sie kam irgendwie auf die Idee, Harro und mich dafür zusammenzubringen“, grinst Andresen. „Wir fanden uns sofort sympathisch und haben dem Projekt zugestimmt.“ Das sollte sich als der Beginn einer Erfolgsgeschichte erweisen, wie sie sich wohl keiner aus dem Trio erhofft hatte.

Besonders die sportliche Entwicklung der Kinder sei „sehr schön mitanzusehen“, wie sich Andresen freut: „In kleinen Schritten erfassen immer mehr Kinder das Spiel und sind begeistert beim Training dabei. Sie freuen sich unglaublich, wenn sie selbst Tore werfen oder andere aus der Mannschaft treffen. Auch die Eltern sehen die Sprünge in der Entwicklung und sind begeistert.“ Auch der Besuch des Schirmherrn Heiner Brand sei noch immer in den Köpfen, wie Andresen erzählt: „Die Kinder schwärmen davon und erzählen mir, wenn sie im Fernsehen mal wieder gesehen haben. Sie hängen sehr an dem Erlebnis – und auch für mich war das eines der schönsten Erlebnisse mit diesem Projekt.“

„Handball für alle“ wurde ursprünglich auf zwei Schuljahre angelegt, eines davon ist bereits vorbei. Doch Andresen kann sich gut vorstellen, auch länger weiterzumachen: „Es wäre eine Sünde, wenn das Projekt nicht weiterliefe. Die Kinder kommen zu uns, lernen und haben Spaß – das müssen wir jetzt festigen und es wäre echt schade, wenn es im Sommer schon zu Ende ginge.“ Gerade für die Kinder mit Handicap sei die Gruppe etwas ganz besonderes, wie Andresen weiß: „Kein anderer Handballverein, der mir bekannt ist, würde sie aufnehmen. Doch hier werden sie für voll genommen, ihr Selbstvertrauen und das soziale Engagement aller Kinder werden enorm gestärkt.“

Andresen glaubt zudem, dass das Potenzial noch immer nicht voll ausgeschöpft ist: „Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Kinder dazukommen, wir noch einen weiteren Trainer für unser Team finden – und das man vielleicht noch andere inklusive Gruppen wie die unsere findet, mit denen man mal etwas gemeinsam etwas machen kann.“ Doch bis dahin geht es für Andresen in Lübeck erst einmal weiter wie gehabt – erfolgreich, mit viel Engagement und ganz viel Spaß am Handball.


Handball für alle: Der Leuchtturm strahlt weiter denn je

- 04.06.2013

Die inklusive Jugendgruppe „Handball für alle“ in Lübeck sorgt weiter für Schlagzeilen: Ein Jahr nach dem Start bekommt das Projekt durch zwei Spenden finanziell neuen Schwung. Handballerisch läuft es seit dem Start sowieso blendend. Die Gruppe ist voll ausgelastet und auch in anderen Landesverbänden sollen nun ähnliche Projekte ins Leben gerufen werden.

Es war ein hehres Ziel, mit dem die Initiatoren des Projektes „Handball für alle“ vor knapp dreizehn Monaten an den Start gingen: „Wir wünschen uns, dass dieses Projekt ein kleiner Leuchtturm hier an der Ostsee wird, der eine enorme Strahlkraft entwickelt“, fasste Doris Birkenbach, Vize-Präsidentin des Handball-Verbandes Schleswig-Holstein, ihre Vorstellung damals zusammen. Den erfolgreichen Weg, den das Projekt seitdem genommen hat, hatten wohl weder Birkenbach noch die beiden Trainer Harro Naujeck und Silke Andresen vorhergesehen.

Denn die inklusive Gruppe, die Kindern mit und ohne Handicap eine gemeinsame Trainingsmöglichkeit bietet, ist seit Beginn des Projektes ausgebucht. 20 Jungs und Mädchen trainieren einmal die Woche in der Halle des TuS Lübeck und sind mit „Spaß und Begeisterung“ bei der Sache, wie Naujeck es ausdrückt. Der Lehrer der Geschwister-Prenski-Schule, dessen Schule mit dem Projekt kooperiert, ist immer noch begeistert dabei. „Ich denke, wir haben alle Zweifler überzeugen können. Mit wie viel Enthusiasmus und Engagement die Kinder dabei sind, ist überwältigend“, freut sich Naujeck. Gemeinsam mit der Heilerzieherin Andresen leitet er die Einheiten, wobei sie von „Paten“ aus der 1.Herren des TuS Lübeck, neben dem HVSH und der Geschwister-Prenski-Schule der dritte Kooperationspartner, unterstützt werden. Personell sei die Situation „perfekt“, betont Birkenbach. „Die Arbeit von Harro und Silke ist eigentlich unbezahlbar. Jeder, der ein ähnliches Projekt umsetzen möchte, weiß, wie wichtig die Trainer sind – und mit den beiden haben wir ein perfektes Duo.“

Und nun kommt auch noch eine finanzielle Hilfe hinzu: Sowohl die Stiftung Deutsche Sporthilfe als auch ein Handballverein aus Bayern spendeten im vergangenen Monat, um das Projekt zu unterstützen. Das Geld der Stiftung Deutsche Sporthilfe wurde beim JP-Morgan-Sponsorenlauf gesammelt, der Kontakt kam über Schirmherrn Heiner Brand zu Stande. Der ehemalige Bundestrainer hatte das Projekt im August 2012 besucht und sprach ein „großes Lob an das Trainer-Team und die Organisatoren“ aus.

Die Spende aus Bayern kam für alle Beteiligten hingegen überraschend: Der SC Gröbezell und der TuS Fürstenfeldbruck hatten bei einem Benefizspiel, an dem viele ehemalige Zweit-Bundesligahandballer der Vereine  teilnahmen, 1.500 Euro gesammelt und nach Schleswig-Holstein überwiesen. Der Hintergrund: In den nächsten Monaten soll in Gröbezell mit der Unterstützung des bayrischen Handball-Verbandes ein Projekt nach dem Vorbild von „Handball für alle“ ins Leben gerufen werden.

Birkenbach zeigt sich verständlicherweise sehr glücklich mit der Entwicklung des Projektes: „Ich bin sehr überrascht – aber natürlich absolut zufrieden – über unsere Außenwirkung und die Zuwendung, die das Projekt erfährt. Die beiden Spenden zeigen, dass unser ‚Leuchtturm‘ tatsächlich eine bundesweite Strahlkraft entwickelt hat und wahrgenommen wird.“ Auch die Resonanz, die abseits der finanziellen Unterstützung ankommt, ist überwiegend positiv. So lud der HSV Hamburg, der mit der inklusiven Initiative Freiwurf Hamburg kooperiert, die „Handball für alle“-Trainingsgruppe zu einem Bundesligaspiel ein, der Besuch steht noch aus. „Es ist mit der Fahrt schwierig zu organisieren“, so Naujeck, „aber wir freuen uns natürlich riesig über diese Einladung. Auch die Kinder sind schon heiß auf den Besuch.“

Die Finanzierung ist im Moment – unabhängig von den Spenden – noch ein Jahr durch den HVSH gesichert. Doch dass das Projekt auch nach dieser Frist, die zu Beginn gesetzt worden war, weiterlaufen wird, ist wahrscheinlich. Denn das sich die Strahlkraft dieses „Leuchtturm“-Projektes noch lange nicht abgenutzt hat, wird den Trainern und Eltern jeden Freitag wieder deutlich.

 


„Unvergesslich“: Die „Fireballs Munkbrarup“ in Hamburg

- 14.03.2013

Mit acht Spielern waren die Fireballs Munkbrarup auf dem 1. Freiwurf Hamburg Cup zu Gast. Es war das erste Turnier mit Übernachtung für die inklusive Mannschaft des HFF Munkbrarup – und ein voller Erfolg.

Der plötzliche Wintereinbruch in Norddeutschland war der einzige Wermutstropfen für die Fireballs aus Munkbrarup. Nachdem es schon auf der Hinfahrt einige Probleme gegeben hatte, entschieden sich die Flensburger, das Turnier bereits Sonntagmittag abzubrechen und nach Hause zu fahren. So verpasste das Team ihr letzte Gruppenspiel und die Finalspiele des „Unified“-Cups. 

 

Doch Betreuerin Anna Heyck-Schäfer verlor ihre gute Laune deswegen nicht: „Das ist für mich nicht so wichtig, denn wir haben anderthalb wunderbare Tage hier verbracht. Dank der tollen Unterstützung von den Organisatoren und unserem Volontär durften wir ein unvergessliches Turnier in Hamburg erleben. Es hat erstaunlich gut geklappt, wenn man bedenkt, dass es unser erstes Übernachtungsturnier war.“ Besonders von dem Teamgeist der Fireballs ist sie begeistert: „Die Spieler kümmern sich umeinander und das klappt besser, als manch einer vielleicht denken würde.“

 

Doch auch handballerisch war der erste Freiwurf Hamburg Cup ein Erfolg. „Wir haben nur ein Spiel verloren und drei gewonnen“, freut sich Heyck-Schäfer. Das Turnier war dabei in zwei Phasen geteilt: Am Samstag stand der „Traditional“-Cup an, am Sonntag die „Unified“-Variante, bei der die Teams  von C-Jugendlichen des HSV Handball und des SV Blankenese unterstützt wurden. Am ersten Tag gab es für die Flensburger einen 6:2-Sieg gegen Freiwurf Hamburg SVE sowie eine Niederlage gegen das Team der Raboisenschule aus Elmshorn. „Natürlich gibt es noch Defizite im handballerischen Bereich“, gibt Betreuerin Anna zu. „Doch das können wir nur durch spielen lernen.“

 

Heyck-Schäfer ist seit Gründung der Fireballs vor anderthalb Jahren dabei. Das Team, das sie zusammen mit Britta Jänicke betreut, war die erste Handballmannschaft in Schleswig-Holstein für Menschen mit geistiger Behinderung. „Am Anfang war ich etwas skeptisch, ob sich Handball als Sportart für Menschen mit Handicap eignet“, sagte Jänicke vor wenigen Monaten rückblickend. „Aber heute weiß ich, dass dieser Ansatz wirklich gut funktioniert.“ Menschen mit und ohne Handicap in einem Team zusammenspielen zu lassen, ist ein Gedanke, von dem alle im Team profitieren. Werte wie Fairness und Integration werden dadurch gefördert; auch andere inklusive Projekte wie die Jugendtrainingsgruppe „Handball für alle“ in Lübeck kommen erfolgreich an. 

 

Auch in Hamburg zeigt sich, wie gut dieser Gedanke in die Tat umgesetzt werden kann. Die Atmosphäre auf dem Turnier ist unglaublich gut, der Spaß am Handball bei allen Teilnehmern sichtbar. Auch die C-Jugendlichen, die am Sonntag die Mannschaften unterstützten, zeigten keinerlei Berührungsängste. „Alle sind gut drauf und haben super viel Spaß“, freut sich auch Turnierleiter Martin Wild von Freiwurf Hamburg. Aus ganz Deutschland und sogar aus Dänemark reisten die Teams für das Turnier in die Hansestadt; die Flensburger waren also in guter Gesellschaft. Auch die Feier am Samstagabend mit Live-Band und Tanzfläche war ein voller Erfolg. Nächstes Jahr, so verspricht es Wild, werde es wieder einen Freiwurf Cup geben – und die Flensburger wollen natürlich wiederkommen. 


Das Lübecker Jugendprojekt „Handball für alle“ startet nach den Sommerferien...

- 09.08.2012

...in die nächste Phase.
Nach der erfolgreichen Schnupperphase im Juni geht es ab Freitag, den 10. August, mit den regulären Trainingseinheiten weiter. Das Trainerteam rechnet dabei mit bis zu 20 Kindern; die Begeisterung und das Interesse an dem Projekt sind groß. Am 31. August wird der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand beim Training erwartet, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat. Brand wird die Einheit als Zuschauer begleiten und später  für Autogrammwünsche zur Verfügung stehen. 

Das Projekt „Handball für alle“ bietet Kindern ab zehn Jahren mit und ohne Handicap die Chance gemeinsam zu trainieren und soll damit eine Anregung für alle Vereine sein. Initiiert wurde das Projekt vom Handballverband Schleswig-Holstein, der für dieses Projekt mit der Geschwister-Prenski-Schule und dem TuS Lübeck 93 kooperiert. Zweimal wöchentlich sollen unter der Leitung von Lehrer und Handballer Harro Naujeck (37) und Heilerzieherin und Trainerin Silke Andresen (53) die Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam Handball spielen. Die Vorfreude auf den Besuch des Schirmherren Heiner Brand ist groß. Andresen: „Ich freue mich sehr. Ich bin aber auch schon nervös, denn wenn Heiner Brand kommt, wollen wir natürlich eine besonders tolle Stunde machen. Auch, wenn einige Kinder ihn nicht kennen, ist es natürlich etwas Besonderes.“

In den drei Schnuppereinheiten lag der Trainingsschwerpunkt noch auf den grundlegenden handballerischen Fähigkeiten wie Fangen, Passen und Werfen. Doch nun soll das Training komplexer werden. Die Kinder seien koordinativ zum Teil weiter als wir dachten, so Naujeck, weshalb es das „Ziel für die ersten Einheiten nach den Sommerferien ist, dass die Kinder lernen, „selbstständiger“ an Stationen zu trainieren. Dadurch könnten wir noch besser differenzieren.“ Das ist durch die Unterstützung der 1. Herren des TuS Lübeck 93 möglich, deren Spieler eine Patenschaft für das Projekt übernehmen und Naujeck und Andresen beim Training unterstützen werden.

 


„Wir haben trotz der Unterschiede die Gemeinsamkeiten gesucht.“

- 26.07.2012

"Handball für Alle" bringt Kinder mit und ohne Handicap erfolgreich zusammen

- 22.06.2012

Bis zu 20 Kinder trainierten unter der Leitung von Harro Naujeck, Silke Andresen sowie Benjamin Müller (alle hintere Reihe, von links nach rechts)

Die "Schnupperphase" des neuen Lübecker Jugendprojektes „Handball für alle“ wurde mit viel Begeisterung angenommen. Das Trainer-Team konnte nach drei Wochen ein bislang positives Fazit ziehen.

„Man hat das Glänzen in den Augen der Kinder gesehen, wenn sie bei mir einen Ball reingemacht haben. Es gibt nichts Schöneres, als diese Begeisterung und diese Freude zu sehen – und deshalb wollen wir das natürlich unbedingt fortführen.“

Diese Worte fielen nach der letzten der drei Schnuppereinheiten. Gesagt hat das Benjamin Müller, von den Kindern kurz „Benni“ gerufen, der als einer der Paten das Trainerduo Harro Naujeck und Silke Andresen bei den Einheiten unterstützte. „Es war es selbstverständlich für mich, dass ich Harro unterstütze, als die Anfrage kam“, sagt der 27 Jahre alte Referendar, der selbst „absolut handballbegeistert“ ist. „Für mich ist das eine gute Erfahrung, es macht Spaß und ich möchte mein Engagement gerne fortführen.“ Die Chance dazu hat er nach den Sommerferien, wenn das Projekt richtig anläuft.

Anfang Juni wurde in einer dreiwöchigen Schnupperphase erst einmal „getestet“, wie gut das Projektes „Handball für alle“ ankommt, das Kindern ab zehn Jahren mit und ohne Handicap die Chance bietet, gemeinsam den Handballsport zu erlernen. Das Ergebnis war sehr gut. Bis zu 20 Kindern mit und ohne Handicap trainierten einmal die Woche unter der Leitung von Lehrer und Handballer Naujeck (37) und Heilerzieherin und Trainerin Andresen (53). Naujeck: „Wir müssen dabei hochdifferenziert trainieren, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Handballer wie Benni, die eine Patenschaft übernehmen, erleichtern es uns, diese Herausforderung zu meistern. Wie er sich eingebracht hat, finde ich klasse.“

Müller spielt selbst beim TuS Lübeck 93 in der ersten Mannschaft, trainiert dort unter Naujeck. Für ihn – und auch für seine Mannschaftskameraden, die ebenfalls Patenschaften für das Projekt übernommen haben – ist die Unterstützung selbstverständlich. Das freut ihren Trainer natürlich sehr: „Die Jungs haben ohne zu zögern sofort ihre Hilfe angeboten. Sie nehmen das ernst und wir freuen uns natürlich sehr darüber.“

Initiiert wurde das Projekt vom Handball-Verband Schleswig-Holstein, der für dieses Projekt mit der Geschwister-Prenski-Schule, für deren Schüler jede Woche eine zweite Einheit stattfinden wird, und dem TuS Lübeck 93 kooperiert. HVSH-Vize-Präsidentin Doris Birkenbach zieht nach den ersten drei Einheiten ebenfalls ein positives Fazit: „Die Idee war genau richtig, die Rückmeldungen, die wir bekommen haben, waren durchweg positiv. Wir sind auf dem richtigen Weg.“ So sieht auch Naujeck das: „Ich bin sehr zufrieden und hätte vorher nicht mit diesem Zuspruch gerechnet. Es gibt ein riesengroßes Interesse, wir haben sogar Anfragen aus Flensburg und Hamburg bekommen. Von den Kindern, die dabei waren, wollen alle nach den Sommerferien wiederkommen.“

In den Schnuppereinheiten lag der Trainingsschwerpunkt noch auf den grundlegenden Fertigkeiten wie Fangen, Passen und Werfen. Doch schon bald soll das Training komplexer werden. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir schon jetzt so viele handballerische Teile einbringen können, doch die Kinder sind koordinativ sehr weit“, beschreibt es Naujeck. „Unser Ziel für die ersten Einheiten nach den Sommerferien ist es, dass die Kinder lernen, selbstständig an Stationen zu trainieren. Dadurch könnten wir noch besser differenzieren.“ Dass dies möglich sein wird, ist neben dem Verdient der Trainer auch der von Müller und seinen Mannschaftskollegen.

Mutter Bianka war mit ihrer Tochter Lena bei den Schnupperterminen: „Ich finde dieses Projekt ganz toll, besonders die Kombination aus gehandicapten und nichtgehandicapten Kindern. Meine andere Tochter spielt schon im Verein Handball, jetzt kann Lena das auch endlich. Wir kommen nach den Sommerferien auf jeden Fall wieder.“ Auch die Kinder waren durchweg begeistert und mit viel Spaß und Einsatz bei der Sache – das „Glänzen in den Augen“, wie Müller es beschrieb, war auch nach Ende der Einheit noch zu sehen. „Gemeinsam erfolgreich zu sein macht viel mehr Spaß als alleine – das sollen die Kinder hier lernen“, grinst Naujeck. „Und natürlich geht es uns primär um den Spaß.“ Dass das Projekt nach den Sommerferien mit so einem Rückenwind starten wird, hätten sich die Initiatoren nicht zu erträumen gewagt. Anfang August geht es weiter, am 31. August kommt der ehemalige Bundestrainer und Schirmherr des Projektes Heiner Brand zu Besuch. Birkenbach: „Die Vorfreude auf den Start nach den Sommerferien ist riesig – besonders natürlich auch im Hinblick auf den Besuch von Heiner.“ Das wird ein Highlight, das die Augen der Kinder garantiert wieder glänzen lassen wird.

 


 
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